PV billiger als Wind

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Große Photovoltaikanlagen (PV) sind in Deutschland mittlerweile günstiger als Windräder. Das ist das zentrale Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunden für Wind an Land und PV. Während letztere einen durchschnittlichen mengengewichteten Zuschlagswert von 4,33 Cent/kWh erreichen, kommt Wind auf 4,73 Cent/kWh.

Der Zuschlag für Wind bezieht sich auf einen Referenzstandort mit 100 Prozent. Die Zuschläge dürften aber im Durchschnitt an Standorte mit einem schlechteren Referenzertrag gegangen sein, sodass die tatsächlichen Zuschlagswerte und damit die Förderkosten höher liegen. Interessant wird nach diesen Ergebnissen, wie sich die Zuschläge bei der in Kürze zu Ende gehenden gemeinsamen Auktion auf die beiden Technologien verteilt.

Hintergründe PV:

  • Die Ausschreibung war wie in den vorhergehenden Runden auch knapp dreifach überzeichnet: Es gingen 79 Gebote mit 546 MW ein bei einer Menge von 200 MW.
  • Es wurden 24 Zuschläge erteilt, davon elf auf Ackerflächen in benachteiligten Gebieten. Davon gingen zehn nach Bayern und einer nach Baden-Württemberg.
  • Die Zuschläge reichten von 3,86 Cent/kWh bis 4,59 Cent/kWh und lagen damit alle unter dem durchschnittlichen mengengewichteten Zuschlagswert der vergangenen Runden von 4,91 Cent/kWh.
  • 16 Gebote wurden ausgeschlossen, allein zehn wegen verspäteten Eingangs von Geboten oder Zahlungen.

Hintergründe Wind an Land:

  • Gegenüber der letzten Auktion 2017 ist der Zuschlagswert um fast 1 Cent von 3,82 Cent auf 4,73 Cent/kWh gestiegen. Dies erklärt die Bundesnetzagentur damit, dass bei einem Realisierungszeitraum von 4,5 Jahren, wie sie für Bürgerenergieprojekte gelten, andere Technologie- und Preisentwicklungen unterstellt werden.
  • Alle Projekte, d. h. auch Bürgerenergieprojekte, mussten anders als 2017 eine Genehmigung nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz  vorweisen.
  • Die ausgeschriebene Menge von 700 MW war mit 989 MW nur knapp überzeichnet.
  • 83 Gebote erhielten einen Zuschlag, davon gingen 19 an Bürgerenergiegesellschaften.
  • Die meisten Zuschlägen gingen mit 17 nach Niedersachsen (154 Megawatt), gefolgt von Brandenburg mit 13 (106 Megawatt), Nordrhein-Westfalen mit zwölf (61 Megawatt) und Rheinland-Pfalz mit elf (124 Megawatt). Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen.
  • Die bezuschlagten Gebote liegen in einer Spanne von 3,8 Cent/kWh bis 5,28 Cent/kWh bezogen auf einen Standort mit 100 Prozent.

Quelle: DIHK