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Mehr Wagniskapital für die zweite Wachstumsphase von Startups

Deutsche Start-ups sind in ihrer Wachstumsphase bei Finanzierungsbedarfen im zweistelligen Millionenbereich häufig von Investoren aus dem Aus-land abhängig. Ein breites Bündnis will das jetzt ändern. Zudem setzt die KfW ein Venture-Debt-Programm auf, das langfristige Darlehen in Ergänzung zur Eigenkapitalbasis ermöglicht.
Gerade für Technologie-Start-ups mit hohem Kapitalbedarf stellt die Beteiligungsfinanzierung in fortgeschrittenen Wachstumsphasen eine erhebliche Herausforderung dar. Nicht selten bekommen sie eine Finanzierung aus dem Ausland und werden später an einen ausländischen Investor verkauft oder gehen außerhalb von Deutschland an die Börse. Ein Bündnis aus der Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), der Förderbank KfW und der Deut-schen Börse hat dies zum Anlass genommen, um junge Technologieunternehmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Internet der Dinge mit Kapitalgebern wie Siemens oder der Deutschen Telekom und Wissenschaft-lern zusammenzubringen. Ihr Ziel ist es, Schwachstellen der Wachstumsfinanzierung zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ende März wurden vorläufige Erkenntnisse veröffentlicht.

Laut Bericht gibt es für die frühe Phase von Start-ups inzwischen eine vergleichsweise gute Finanzierung. Mit dem 2005 erstmals aufgelegten High-Tech Gründerfonds können Unternehmen bis zu drei Millionen Euro abrufen. Daneben investiert die im Oktober 2018 gegründete Tochter KfW Capital, unterstützt vom Bund, in den nächsten zehn Jahren rund zwei Milliarden Euro in Venture-Capital-Fonds. In einer fortgeschrittenen Wachstumsphase werden jedoch häufig zweistellige Millionenbeträge benötigt und hier reiße die Finanzierungskette oft ab. Nach einer anderen Studie von Roland-Berger verzeichnen Venture-Capital-Investitionen in Europa zwar einen Anstieg von 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 15,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 – allerdings wird in den USA und China das Vierfache investiert.

Im Bericht heißt es weiter, dass die größten deutschen Kapitalfonds lediglich über ein Volumen von 300-350 Millionen Euro verfügen. Um das Risiko zu streuen, fördern sie vornehmlich viele kleine Einzelinvestments. Vor allem die regulatorischen Anforderungen an eine risikoadäquate Eigenmittelunterlegen halte viele Banken und Versicherungen von Investitionen in Wagniskapitalfonds ab. Neben dem klassischen Wagniskapital sollten nach Empfehlung der Projektpartner deshalb auch verstärkt alternative Instrumente zum Einsatz kommen, etwa sogenannte Mezzanine-Finanzierungen, die Eigen- und Fremdkapital kombinieren. Den vollständigen Bericht finden Sie hier:
https://www.acatech.de/wp-content/uploads/2019/04/20190329_acatech_Wachstumsfinanzierung_2.pdf

Darüber hinaus gaben BMWi und die KfW am 27. März bekannt, dass sie ein neues Venture-Debt Programm auflegen werden. Das Venture-Debt-Modell sieht langfristige Darlehen in Ergänzung zur Eigenkapitalbasis vor. Die KfW plant jährlich 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung stellen. Der Bund übernimmt in den ersten fünf Jahren eine 95-prozentige Absicherung der hieraus resultierenden Risiken und beabsichtigt somit schnell wachsenden Unternehmen Kredite zu verschaffen. Voraussetzung ist, dass sich ein privater Kreditgeber mit einem Anteil von 50 Prozent beteiligt.
Quelle: Roland-Berger, acatech, eigene Recherche

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