Dieselfahrverbot ja oder nein? Blaue oder grüne Plakette, oder komplett autofreie Innenstadt? Der Streit um Abgase, Luftqualität und mögliche Fahrverbote ist auch in Ostwestfalen ein hitziges Thema. Gestritten wird dabei auch über die korrekte Messmethode und die Platzierung der sogenannten Passivsammler, zum Beispiel am Jahnplatz in Bielefeld. Doch was sind diese Passivsammler eigentlich?

Passivsammler an Ampel am Jahnplatz in Bielefeld zur Messung von Stickstoffdioxid Diesel FahrverbotDie Sammler werden meist oben an Ampel- oder Laternenmasten befestigt. Ihr Aussehen ähnelt einem Cremebecher aus der Apotheke: weißer Becher, roter Deckel. Allerdings haben die Passivsammler keinen Boden. Stattdessen enthalten sie Röhrchen, die bestimmte Luftschadstoffe aus der Luft sammeln.

Passivsammler gibt es für verschiedene Arten von Schadstoffen wie zum Beispiel Staub, Ozon, Schwefeldioxid oder – wie auch im Fall am Bielefelder Jahnplatz – Stickstoffdioxid NO2. Im Rhythmus von vier Wochen wird der Inhalt entnommen und im Labor untersucht. Weil die eigentliche Messung also nicht kontinuierlich geschieht, sondern nur alle paar Wochen, heißen die Messungen „diskontinuierlich“.

Im Gegensatz dazu sind die sogenannten Messcontainer mit umfangreicher Hard- und Software bestückt und messen kontinuierlich. So misst beispielsweise der Container an der Herforder Straße („VBIH“) in Bielefeld Feinstaub, Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Die Stunden-, Tages-, Monats- und Jahreswerte (bzw. Mittel) werden aktuell auf der Homepage des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz) veröffentlicht und sind dort für jedermann einsehbar.