Foto: Fraunhofer IOSB-INA

Bürger forschen für Bürger: Lemgo Digital ist das neue Fraunhofer IoT-Reallabor, das nun offiziell eröffnet wurde. Der zentrale Standort des geplanten Projektbüros in der Stadtmitte sei kein Zufall, denn reinkommen, nachfragen und die digitale Zukunft aktiv mitgestalten seien hier ausdrücklich erwünscht. Auf Initiative und unter Federführung des Fraunhofer IOSB-INA und mit finanzieller Unterstützung der NRW-Landesregierung wird Lemgos Innenstadt ab sofort zu einem Test- und Mitmach-Labor (englisch: Living Lab) in Sachen Digitalisierung für alle interessierten Bürger aus Lemgo und Umgebung.

Gesucht werden als Beispiel der Stadt Lemgo lebens- und praxisnahe digitale Lösungen für die Bewohner einer deutschen Mittelstadt, die in Pilotprojekten entwickelt und praktisch erprobt werden. Konkret geht es dabei um die aktive gemeinsame Gestaltung von drängenden Zukunftsthemen wie Mobilität, Umwelt und die Entwicklung neuer, digitaler Konzepte für den stationären Einzelhandel. Hierbei werden im Sinne einer stark beteiligungsorientierten Technologiegestaltung die Bürger als Alltagsexperten sehr früh und aktiv in den Prozess der Ideenfindung mit einbezogen. Als weitere Projektpartner mit im Boot sind neben dem Fraunhofer IOSB-INA auch die Hochschule OWL, das Institut für industrielle Informationstechnik, die Stadt Lemgo, die Stadtwerke, Phoenix Contact, POS Tuning, ntt, Stührenberg, Krohne, das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe sowie Lemgo Marketing. Weitere Unternehmen stünden in den Startlöchern.

Die Idee von Prof. Dr. Jürgen Jasperneite kommt bei der Landesregierung, die die Digitalisierung zum Schlüsselthema der laufenden Legislaturperiode erhoben hat, so gut an, dass Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, persönlich die Eröffnungsrede übernahm. „Das Fraunhofer-Reallabor macht das Internet der Dinge für die Bürgerinnen und Bürger praktisch erfahrbar und zeigt an konkreten Beispielen, wie die Digitalisierung Alltagsprobleme in einer mittelgroßen Stadt lösen kann. Ich freue mich, dass wir dieses ehrgeizige Projekt unterstützen und bin gespannt auf die konkrete Umsetzung „, sagte Minister Pinkwart.

Stellvertretend und beispielhaft für die mehr als 180 Mittelstädte in NRW – das sind Städte mit mehr als 20.000 und weniger als 100.000 Einwohnern – soll die Stadt Lemgo in Sachen Digitalisierung mit aktiver Bürgerbeteiligung als Referenzplattform fungieren. Neben einer überschaubaren Größe und kurzen Entscheidungswegen zeichnet sich Lemgo vor allem auch mit Einrichtungen wie dem Fraunhofer IOSB-INA, der SmartFactoryOWL, dem Institut für industrielle Informationstechnik, der Hochschule OWL sowie dem CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) als herausragender Wissenschaftsstandort aus, der zudem mit der heimischen Industrie eng verzahnt ist. „Wir wollen gemeinsam mit Bürgern, Einzelhändlern und Unternehmen digitale Innovationen für Alltagsprobleme in der Stadt gestalten und Prototypen ausführlich erproben. Wir laden andere Mittelstädte ganz herzlich ein, sich an Lemgo Digital zu beteiligen. So wird es sehr risikoarm und effizient möglich, Handlungs- und Strategiefähigkeit für die Digitalisierung von Mittelstädten zu erlangen“, so Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA und Initiator von Lemgo Digital.

Auch Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo, begrüßt die Initiative des Fraunhofer-Instituts und die Unterstützung durch das Land NRW. „Mit Lemgo Digital verwandelt sich unsere Stadt zum digitalen Mitmach-Labor sämtlicher Akteure vor Ort, Bevölkerung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Durch diese offene und breit gefächerte Kooperationsform werden die Bürgerinnen und Bürger aus Lemgo, Lippe und ganz OWL aktiv in die Gestaltung der digitalen Transformation einbezogen.“

Hinweis: Der Artikel ist in der Juni-Ausgabe der Ostwestfälischen Wirtschaft erschienen – hier gelangen Sie zur Ausgabe.