Zahlen zur Besonderen Ausgleichsregelung 2016

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Die Übertragungsnetzbetreiber haben eine weitere Erhöhung der EEG-Umlage auf 6,88 ct/kWh ab 2017 angekündigt. Als Kostentreiber für die EEG-Umlage wurden zuletzt wieder vermehrt die gewährten Reduzierungen für energieintensive Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes genannt. Eine Auswertung des BAFA gibt einen Überblick über die tatsächlichen Effekte der Besonderen Ausgleichsregelungen und widerlegt solche Behauptungen.

Einige Kernpunkte der BAFA-Auswertung:

  • Die Gesamtzahl der antragstellenden Unternehmen und selbständigen Unternehmensteile ist über die Begrenzungsjahre 2014, 2015 und 2016 von 2.389 auf nun 2.305 zurückgegangen. Besonders die Zahl der antragstellenden Industrieunternehmen ist in diesem Zeitraum rückläufig.
  • Nicht nur die Zahl der Unternehmen auch die privilegierte Strommenge im produzierenden Gewerbe geht seit 2014 kontinuierlich zurück – u. a. aufgrund der mittlerweile auf 17 Prozent Stromkostenintensität angehobenen Eingangsschwelle.
  • Für das Begrenzungsjahr 2016 wird für die privilegierten Unternehmen eine voraussichtliche Entlastungswirkung von rund 4,7 Mrd. Euro angenommen. Das entspräche einer Reduzierung von etwa 300 Mio. Euro gegenüber 2014. In der Folge errechnet sich eine Belastung der EEG-Umlage i. H. v. 1,33 ct/kWh (2014: 1,35 ct/kWh; 2015: 1,37 ct/kWh). Diese ist von den übrigen Verbrauchern (private Haushalte wie auch nicht privilegierte Unternehmen) zu tragen.

Zitat des BAFA: „Die mit 4,7 Mrd. Euro berechnete Entlastungswirkung berücksichtigt im Übrigen nicht, dass energieintensive Unternehmen mit Energieeffizienzmaßnahmen und/oder Produktionsverlagerung reagieren würden, falls sie die volle EEG-Umlage zahlen müssten. Anders ausgedrückt: Müssten diese Unternehmen die volle Umlage zahlen, würde der Stromverbrauch in Deutschland sinken (im Falle von Produktionsverlagerungen spürbar), so dass die EEG-Differenzkosten auf einen geringeren Stromverbrauch umgelegt und die Umlage entsprechend höher ausfallen müsste. Bei der hier vorgenommenen Modellberechnung handelt es sich folglich um einen statischen Ansatz, der die tatsächliche Entlastungswirkung überschätzt.“

Quelle: DIHK