„Was macht der Deutsche am Feierabend?“ Alfons, liebenswert ironischer Klischee-Franzose mit orangefarbener Trainingsjacke lächelte sein Publikum an: „Er geht Küchen kaufen – und nimmt seinen Anwalt mit“. Ostwestfalens Zuschauer lachten zurück – richtig erkannt, aber eben total lustig. Im Miele-Ausstellungszentrum in Gütersloh bildete der Auftritt des Komikers den Schlusspunkt der 17. Internationalen Begegnungswoche der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), die diesmal das Partnerland Frankreich in den Mittelpunkt zahlreicher Treffen, Foren und Diskussionsrunden gestellt hatte: „Ostwestfalen meets France“ lautete das Motto.
Sechs Veranstaltungen an denen insgesamt rund 900 Gäste teilnahmen, wurden durch die IHK an drei Tagen organisiert. „Frankreich ist unser engster Partner in Europa“, stellte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven zum Auftakt der Begegnungswoche in Bielefeld fest. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und „Mr. Europa“ Elmar Brok stimmten ihm zu. Rund 500 ostwestfälische Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen mit Frankreich, davon seien etwa 70 mit eigenen Niederlassungen oder Produktionsstandorten in unserem Nachbarland vertreten.
In Bielefeld, Herford, Paderborn und Gütersloh liefen die Info-Tage, die Meier-Scheuven als „einen Mix aus Wirtschaft, Politik und Kultur“ bezeichnete, mit dem Ziel, die Geschäfte in Bewegung zu halten oder neu in Gang zu setzen.

Und mehr Aktualität als je zuvor bekam die IHK-Begegnungswoche durch die
Ereignisse, die in diesen Tagen ganz Europa bewegen. So, als mitten in die
Talk-Runde der ehemaligen Europa-Politiker Elmar Brok und Günter Verheugen
in der Volksbank in Bielefeld die Nachricht platzte, dass die Staatschefs sich
auf Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin geeinigt hätten.
Auch die erstklassige Beschreibung des französischen Staatspräsidenten Emmanuel
Macron – „Er ist sich selbst sein größter Feind“ – durch den ZDFKorrespondenten
Theo Koll auf dem Event im Herforder Kunstmuseum Marta
war tagesaktuell.

Einen größeren Bogen spannte die Veranstaltung in der Paderborner Kaiserpfalz,
bei der nicht nur auf den gegenwärtigen Stand von Business und Politik
geschaut, sondern auch die geschichtliche Dimension der Verbindung von
Ostwestfalen und Frankreich betrachtet wurde. „Zwischen Paderborn und Le
Mans besteht eine der ältesten Städtepartnerschaften der Welt“, sagte Paderborns
Bürgermeister Michael Dreier, „die bereits im Schutzheiligen Liborius
begründet liegt.“ Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, der Rektor der Theologischen
Fakultät, erläuterte, wie die Achse zwischen den beiden Städten alle „Zeiten
und Kriege“ überstanden habe.

Wichtige Informationen und kenntnisreiche Hinweise für das Tagesgeschäft
bekamen die Teilnehmer während der Begegnungswoche geliefert. Etwa bei
der Veranstaltung bei der Firma Goldbeck in Bielefeld, bei der die Marktchancen
und -risiken in Frankreich praxisnah beleuchtet wurden. Dazu betrachteten
Rechtsanwälte beider Nationen die möglichen juristischen Stolpersteine.
„Einen Intensivkurs Französisch“ habe Ostwestfalen im Laufe von drei Tagen
erhalten, stellt Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, zum
Abschluss der Woche in Gütersloh fest. Und er stellte dem Publikum bereits
die Begegnungswoche des nächsten Jahres in Aussicht: „Ostwestfalen meets
USA“.

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