Das internationale und interdisziplinäre Forschungskonsortium LifeTime ergründet welcher Zellwandel zur gesunden Entwicklung gehört und welcher zu gravierenden Erkrankungen führt. LifeTime wird eine Millionen Euro von der EU erhalten und soll damit planen, wie sich die Vision für eine gesündere Zukunft in die europäische Forschungs- und Innovationslandschaft integrieren kann.

Die Länder- und Disziplinen übergreifende Initiative LifeTime erforscht den steten Wandel der Zellen und ihre Beziehungen untereinander. Sie wird vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin und dem Institut Curie in Paris koordiniert. Maßgeblich an der Initiative beteiligt sind die beiden größten europäischen Forschungsorganisationen, die deutsche Helmholtz-Gemeinschaft und das französische Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS).

Mehr als 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an 53 Forschungsinstituten aus insgesamt 18 europäischen Ländern sowie 60 Unternehmen arbeiten an diversen Projekten. In diesen treiben die Forschungsteams Entwicklung neuster Technologien voran. Dazu zählen in der Petrischale gezüchtete menschliche Mini-Organe, sogenannte Organoide. Sie stammen aus den Stammzellen von Erkrankten und ermöglichen personalisierte Krankheitsmodelle. In Kombination mit der „Gen-Schere“ CRISPR und modernsten bildgebenden Verfahren wollen die Wissenschaftler erforschen, wie Zellen gesund bleiben oder krank werden und wie die Zellen auf Arzneimittel reagieren. Die Experimente erzeugen riesige Datenmengen, die mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz analysiert werden.

Die Algorithmen erkennen Muster im Wandel der Zellen und sagen voraus, ob sich zum Beispiel der Beginn einer Krankheit abzeichnet oder wie die Krankheit verlaufen wird. Gemeinsam mit mathematischen Modellen, die erlauben die Vergangenheit der Zellen zu konstruieren, kann die Entwicklung von gesunder zu kranker Zelle nachvollzogen und gegebenenfalls rückgängig gemacht werden.

Das Konsortium wird von der EU zunächst für ein Jahr gefördert. In dieser Zeit entsteht ein detaillierter Plan für eine zehnjährige Forschungsinitiative. Die Europäische Union wird gleichzeitig die Vorbereitung von fünf weiteren potenziellen Forschungsinitiativen unterstützen. Nach einem Jahr Förderung wird die EU entscheiden, ob und welche als großangelegte Forschungsinitiativen weitergeführt werden können.

Als Auftakt findet am 6. und 7. Mai 2019 eine Konferenz in Berlin statt. Dort stellen die Mitglieder des Konsortiums die Initiative vor und werden darüber informieren, wie LifeTime die Wissenschaft und Medizin in Europa stärken will.

Quelle: Kooperation international