Um Unfälle zu vermeiden, müssen Lastwagenfahrer regelmäßig Pause machen. Aber viele Parkplätze sind überfüllt. Deshalb möchte das Bundesverkehrsministerium Investoren fördern, die Stellflächen einrichten. Zusätzlich will das Land NRW LKW-Parkplätze schaffen. Wie aber sieht die LKW-Parksituation bundesweit, im Land und in Ostwestfalen derzeit aus?  

Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat zuletzt 2018 eine bundesweite Erhebung der LKW-Parkplatz-situation durchgeführt. Demnach wurden 2018 94.100 abgestellte LKW und 70.800 LKW-Parkmöglichkeiten gezählt. Zwei Drittel der LKW wurden auf zulässigen Parkflächen abgestellt. Ein Drittel war somit unzulässig geparkt, außerhalb regulärer Parkflächen auf Rastanlagen oder deren Ein- und Ausfahrten.                                                                                                                                            Im Ergebnis fehlen mindestens rund 23.000 reguläre LKW-Parkmöglichkeiten auf und an den Bundesautobahnen. Dieser Bedarf dürfte sich noch weiter erhöhen, weil immer mehr ausländische LKWs auf deutschen Straßen unterwegs sind.         

In NRW standen 2018 laut Erhebung, 9.734 LKW-Abstellmöglichkeiten zur Verfügung. Abgestellt wurden in den Nachtstunden 13.526 LKW. Es mangelt somit in NRW an mindestens 3.792 LKW-Parkplätzen.                                                                                         

Und wie ist die Situation in OWL?

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Rastanlagen (Lipperland Nord, Lipperland Süd, Sürenheide und Heideplatz bei Gütersloh) geschaffen, um die Situation zu entspannen. Dennoch besteht besonders an Raststätten wie dem Autohof in Porta-Westfalica, wo sich zwei Autobahnen kreuzen, vor allem am Wochenende und nachts weiterhin ein Mangel an Stellplätzen.   

Insgesamt befinden sich 27 bewirtschaftete und unbewirtschaftete Rastanlagen an den verlaufenden Autobahnen A2, A 30, A 33 und A 44. Dazu gehören auch die drei Autohöfe Porta Westfalica (A 2), Bünde (A 30) und Paderborn (A 33). Es gibt in OWL einen Bestand von mehr als 1.100 Parkplätzen für LKW im Bereich der Autobahnen. 500 weitere werden benötigt, so die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Westfalen. Es ist geplant, mittel- bis langfristig über 2.000 Plätze anzubieten.                                                                                                                                                                        

Deshalb werden nun ergänzend zu den Ausbauplänen der Autobahn GmbH private Investoren gesucht, die neue Stellplätze schaffen.

Damit die LKW-Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten einhalten können und nicht wegen überfüllter Parkplätze an ungeeigneten Stellen wie etwa Zu- und Abfahrten von Autobahnraststätten oder den Seitenstreifen parken müssen, möchte das Verkehrsministerium mit einem Förderprogramm dazu beitragen, neue Stellplätze zu schaffen, um das Problem zu lösen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dafür stellt das BMVI im ersten Schritt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 bereit. Förderanträge können ab sofort beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) gestellt werden. Die Förderung umfasst den Neu- und Ausbau von LKW-Parkflächen und die Umgestaltung bestehender Flächen, die bisher nicht für LKW-Stellplätze genutzt werden, im Drei-Kilometer-Radius um Autobahnanschlussstellen. Das könnten lt. BMVI zum Beispiel Betriebshöfe von Speditionsunternehmen sowie Parkplätze von Messen oder Handelsunternehmen sein. Hierfür ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 80 Prozent (Neu- und Ausbau) bzw. 90 Prozent (Umgestaltung) der förderfähigen Kosten geplant.  Dazu zählen neben den klassischen Baukosten u.a. auch Umzäunung, Markierung, sanitäre Anlagen, IT-Systeme, Beleuchtung und eine sichere Wegführung. Die Förderungen dürfen 60.000 Euro je einzelnem LKW-Stellplatz nicht überschreiten.                                                                                                                                    Ergänzend plant das Land NRW ähnlich wie beim Bau von Landstraßen und Radwegen die Errichtung  eigener LKW-Parkplätze in Regionen, die besonders von einem Mangel betroffen sind. Vorgesehen ist die Errichtung von LKW-Parkplätzen in der Baulast des Landes mit unmittelbarem oder mittelbarem Anschluss an das Landesstraßennetz. Die IHK NRW begrüßt ausdrücklich, dass das Land seiner Verantwortung für eine bedarfsgerechte Anzahl an Lkw-Stellplätzen im nachgeordneten Straßennetz gerecht wird.

Sicherlich lässt sich zukünftig die Ausnutzung von bestehenden LKW-Stellplätzen durch den verstärkten Einsatz telematischer Parkverfahren (Kolonnen- und Kompaktparken) und von Parkleitsystemen verbessern. Dennoch gibt es zu viele LKW für zu wenig Parkplätze. Da ist das Förderprogramm eine gute Aktion, um die Arbeitsbedingungen für die LKW-Fahrer zu verbessern sowie Gefahrenquellen für andere Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, so Thomas Weitkamp.  

Unternehmen, die sich für den Neu- und Ausbau von LKW-Parkplätzen sowie die Umgestaltung bestehender Flächen interessieren, können sich bei  Herrn Thomas Weitkamp,  IHK, Tel.: 0521 554-237, E-Mail: t.weitkamp@ostwestfalen.ihk.de melden.