„Die Europawahl wird richtungsweisend“ – Standpunkt des IHK-Präsidenten Wolf-D. Meier-Scheuven

Am 26. Mai ist Europawahl. Manche Kommentatoren sprechen von einer Schicksalswahl. Auch wenn man nicht zum Dramatisieren neigt, muss man nüchtern feststellen, dass die Wahl richtungsweisend werden wird. In etlichen europäischen Ländern ist die Europa-Skepsis gewachsen, verbunden mit dem Wunsch nach Überschaubarkeit, Kontrolle und der Wiedereinführung von Schlagbäumen – mit allen Konsequenzen, auch für die Wirtschaft.

Es gibt ohne Zweifel berechtigte Kritik an Brüssel, an der Regulierungswut und an der Bürokratie. Aber was ist die Alternative? Aus unternehmerischer Sicht einer Exportnation wie Deutschland gibt es keine. Europa ist heute unser Heimatmarkt. 60 Prozent unserer Exporte werden in Europa abgesetzt. Auch ohne die Briten ist die EU mit mehr als 440 Millionen Einwohnern der größte Binnenmarkt der Welt – und Deutschland mittendrin. Wir haben Europa eine gehörige Portion unseres heutigen Wohlstandes zu verdanken, unserer Arbeitsplätze, unseres Einkommens. Und mehr als 70 Jahre Frieden.

In dieser aufgeregten Zeit ist es wichtig, die Fakten sprechen zu lassen. Die chaotischen Scheidungsverhandlungen mit Großbritannien haben verdeutlicht, welchen Stellenwert ein gemeinsamer Markt hat. Und sie haben die Zustimmungswerte für die EU und Brüssel wieder steigen lassen. Viele reflektieren heute wieder bewusster, was sie an der EU haben: Einheit in Vielfalt, eine Wertegemeinschaft mit offenen Märkten und offenen Grenzen und – so bleibt zu hoffen – eine gemeinsame Zukunft in einem gestärkten Europa.

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