Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat einem Kurzbericht mit 3500 KI-Startups aus 67 Ländern ausgewertet. Bei Bezug der KI-Start-ups auf alle Unternehmen eines Landes belegt Israel den ersten Platz.Die Zunahme an Fördermaßnahmen zur Entwicklung künstlicher Intelligenz zeigt die wachsende strategische Bedeutung dieser Technologie im internationalen Wettbewerb. Rund 3.500 KI-Startups aus 67 Ländern waren Bestandteil des IW-Kurzberichts.
Im Ländervergleich liegen die USA mit knapp 1.400 KI-Startups deutlich vor China mit 400 auf dem ersten Platz. Auch wenn Deutschland mit rund 100 Startups hinter den ersten Plätzen zurückliegt, beheimaten die EU-28-Länder knapp 730 KI-Startups und sind damit als Verbund vor China auf Rang 2.

Die Rangordnung ändert sich, wenn die Anzahl an KI-Startups auf die Gesamtzahl an Unternehmen eines Landes oder die Bevölkerungsgröße bezogen wird. In diesem Fall nimmt Israel, gefolgt von USA und Finnland, den ersten Rang ein. Während Deutschland in diesem Vergleich seinen Platz hält, rutschen die EU-28-Länder deutlich auf Rang 12 ab. Auch China und Indien verlieren aufgrund der Bevölkerungsgröße deutlich an Rang.
Warum verfügt Israel über eine so hohe Startup-Dichte?

Es ist eine Mischung aus mehreren begünstigenden Faktoren, die Israel den Ruf der Vorbildnation für Gründer und kreative Köpfe beschert. Israel hat zehn Millionen Einwohner. Sein Territorium ist so groß wie Hessen. Die Wege sind kurz und begünstigen damit die Entstehung von Netzwerken; Entscheidungen können schnell getroffen werden.
Wirklich ausschlaggebend ist jedoch das eng verzahnte Netzwerk aus Startups, Hochschulen, Geldgebern, großen Konzernen und Behörden. Jede wissenschaftliche Einrichtung, egal ob Krankenhaus oder Hochschule, hat ein eigenes Technologietransfer-Büro.

Sie fungieren als Schnittstelle und Anlaufstation für Unternehmen und Wissenschaftlern. Sie organisieren systematisch Begegnungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und sorgen dafür, dass das Geld für verkaufte Patente zurück an Wissenschaftler und die forschende Einrichtung fließt. Sie unterstützen Gründer bei bürokratischen Prozessen.
Mit Blick auf die Finanzierung junger Unternehmen nimmt neben diversen privaten Geldgebern aus dem In- und Ausland die Israel Innovation Authority (IIA), ein Institut des Wirtschaftsministeriums, eine wichtige Rolle ein. Sie verfügt über verschiedene Fördermittel und -methoden, um die Start-up-Szene zu stärken und anfängliche Risiken abzufedern – angefangen vom klassischen Seed-Investment bis zu Kooperationen mit multinationalen Konzernen. Die IIA verfügte zuletzt über ein jährliches Budget von einer halben Milliarde Dollar und darf mit dieser Summe auch ins Risiko gehen.

Darüber hinaus spielt die Verknüpfung zwischen der Startup-Szene und militärischen Anwendungen eine tragende Rolle. Insbesondere die Eliteeinheiten, z. B. für Cybersicherheiten, gelten als Gewächshäuser für Gründer.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2019/IW-Kurzbericht_2019_K%C3%BCnstliche_Intelligenz.pdf
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Recherche DIHK