Die Expertenkommission Forschung und Entwicklung (EFI) hat am 28. Februar 2019 ihr jährliches Gutachten vorgestellt. Die Kernthemen in diesem Jahr sind die Rolle von Start-ups im Innovationssystem, Innovationen für die Energiewende, Blockchain und die Digitalisierung an Hochschulen.

Die Expertenkommission besteht aus bis zu sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Innovationsforschung verfügen. Seit 2008 legen sie der Bundesregierung einmal im Jahr ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Die Kommission leistet wissenschaftlich fundierte Politikberatung für die Forschungs- und Innovationspolitik und zeigt jährlich Fortschritte und Handlungsmöglichkeiten auf.

Dieses Jahr stehen vier Themen im Fokus:

1) Die Bedeutung von Startups im Innovationssystem
Die Wissenschaftler unterstreichen die große Rolle von Startups im Innovationssystem und plädieren dafür, bereits bestehende oder sich herausbildende Startup Ökosysteme auszubauen und den Zugang zu Wagniskapital zu erleichtern. Dafür sollen auch die Rahmenbedingungen für private Investitionen in Startups verbessert werden.

2) Innovationen für die Energiewende
Das Gutachten beschreibt, dass wichtige innovative Technologien für eine Dekarbonisierung des deutschen Energiesystems bereits marktreif seien, in ihrer Verbreitung jedoch noch durch zu geringe CO2-Preise und regulatorische Vorgaben gehemmt werden. Diese seien aber nötig, um das Energiesystem in Deutschland bis 2050 weitgehend treibhausneutral zu verändern.

3) Blockchain-Technologie
Nach Sicht der Kommission befindet sich Deutschland in einer guten Position, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potentiale dieser Technologien auszuschöpfen. Es sei allerdings vonnöten, den Wissens- und Kompetenzaufbau in Gesellschaft und Verwaltung voranzubringen, um die Chancen und Risiken der Technologie verlässlich einschätzen zu können.

4) Digitalisierung der Hochschulen
Die Mitglieder der Expertenkommission stellen fest, dass sich die hohe Priorität von Digitalisierungsprozessen noch nicht im Stand der Digitalisierung an Hochschulen widerspiegelt. Vor allem in der Lehre und der Verwaltung gebe es große Entwicklungspotentiale.

Darüber hinaus stellt die Kommission fest, dass die derzeitig eingeplanten Mittel nicht ausreichen, um bis 2025 3,5 Prozent für Forschung und Entwicklung auszugeben. Sie sprechen sich für eine zügige Einführung der steuerlichen Forschungsförderung aus und plädieren dafür, die Sprunginnovationsagentur mit großen Freiräumen auszustatten.
Qelle: DIHK