Im gesamten Bildungsbereich gibt es außerhalb von öffentlich-rechtlichen Prüfungen oder akademischen Abschlüssen verschiedene Begriffe für Abschlüsse und diverse Nachweisformate, die immer wieder unterschiedlich verwendet werden. Zur besseren Übersicht die nachfolgenden Erläuterungen.

Die Teilnahmebescheinigung

  • bestätigt die Teilnahme oder weist die Anwesenheit nach.
  • ist keine Bescheinigung im Sinne einer Bewertung von Leistungen.
  • wird in der Regel ausgestellt für ein- bis mehrtägige Seminare, die zwar strukturiert sind und vorgegebene Inhalte vermitteln, aber ohne Prüfung/Überprüfung abgeschlossen werden.

Das Zertifikat

  • ist eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, etwa im Rahmen einer Qualitätssicherung. Sie wird ausgestellt, um einen bestandenen Test zu bestätigen.
  • weist die Teilnahme an einer umfangreicheren und länger andauernden Qualifizierung mit internen Überprüfungen: Klausur(en)/Projektarbeit(en)/mündlicher Prüfung nach.
  • wird für Qualifizierungen ausgestellt, die eine Mindestanzahl von Unterrichtsstunden haben.
  • setzt in der Regel eine festgelegte Anwesenheitspflicht voraus, zum Beispiel 75 bis 80 Prozent der gesamten Unterrichtszeit.
  • legt eine einheitliche, standardisierte Form zugrunde, zum Beispiel den IHK-Standard.
  • wird ausgestellt auf der Grundlage einer Dokumentation, die jederzeit überprüfbar ist.
  • ist kein berufsqualifizierender Nachweis, sondern ein Nachweis über den Erwerb von genau definierten Lerninhalten.

Die Zertifizierung

  • weist die Einhaltung bestimmter Normen und Standards für Produkte oder Dienstleistungen bei unterschiedlichen Zielgruppen nach.
  • ist Folge eines regelhaften und prozessartigen Ablaufes.
  • ist eine besondere Form der Qualitätssicherung von Organisationsmerkmalen, und/oder von Geschäftsprozessen und von Leistungen.
  • ist als Nachweis zeitlich befristet gültig („Verfallsdatum“) und wird regelmäßig überprüft.
  • wird in der Regel durch entsprechend akkreditierte und unabhängige Einrichtungen vorgenommen und vergeben.
  • ist eine besondere Überprüfungsform als Ersatz für eine nicht zwingend vorgegebene öffentlich-rechtliche Prüfung.
  • ist kein berufsqualifizierender Nachweis.

Stand: September 2020