IHK zieht Ausbildungsbilanz 2018: 1,9 Prozent mehr Ausbildungsverträge

Eine differenzierte Bilanz für das Ausbildungsjahr 2018 zieht die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). So haben die IHK-Mitgliedsbetriebe im vergangenen Jahr mit 7.873 neuen Ausbildungsverträgen 1,9 Prozent mehr als im Jahr 2017 abgeschlossen.

Auch im Jahr 2017 wurde mit 0,8 Prozent ein leichter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr erreicht. Die Ausbildungsbereitschaft der ostwestfälischen Wirtschaft ist nach wie vor sehr hoch. Das zeige sich auch daran, dass bei den Agenturen für Arbeit in der offiziellen Abschlussbilanz mit 805 unbesetzten Ausbildungsstellen insgesamt 17 Prozent mehr als im Jahr 2017, im Vergleich zu 2016 sogar 36 Prozent mehr offene Ausbildungsstellen gemeldet wurden. Gleichzeitig sinke das Bewerberinteresse an einer beruflichen Bildung weiter, da sich viele für ein Studium entschieden.

Bei einer größeren Anzahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber wäre der Zuwachs bei den Verträgen deutlich höher gewesen. Erfreulich sei das Plus im Verkehrs- und Transportgewerbe, das zunehmend – wie andere Branchen auch – unter einem hohen Fachkräftemangel leidet. Bei den Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung gibt es einen Anstieg von 22,6 Prozent, bei den von den Bewerbern nicht so stark nachgefragten Berufskraftfahrern auch ein erfreuliches Plus von 16,7 Prozent auf 133 neue Ausbildungsverträge erreicht.

Weitere Zuwächse sieht die IHK bei den vor einigen Jahren ebenfalls novellierten Druckberufen Medientechnologen (+ 20,4 Prozent, absolut 65 neue Ausbildungsverträge) sowie den Fachinformatikern (+ 14,9 Prozent, absolut 456), der den deutlich steigenden Fachkräftebedarf in der Digitalisierung ausdrückt. Rückgänge gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe (- 5,4 Prozent auf 313 neue Ausbildungsverträge), das nach Einschätzung der IHK unter einem deutlich zu geringen Bewerberinteresse leidet. Berufe in den Bereichen Leder, Textil und Bekleidung entwickeln sich wie in den vergangenen Jahren strukturbedingt rückläufig (- 34,2 Prozent, absolut 25).

Auch bei Berufen der Holzverarbeitung verzeichnete die IHK ein deutliches Minus von 16,3 Prozent (absolut 123). Regional gibt es ebenfalls unterschiedliche Entwicklungen. Hohe Zuwächse sieht die IHK in den Kreisen Herford (+ 7, 5 Prozent auf absolut 1.070 neue Ausbildungsverträge) sowie im Kreis Minden-Lübbecke (+ 6,4 Prozent, absolut 1.488). Leicht positiv gegenüber dem Vorjahr ist die Entwicklung in den Kreisen Paderborn (+ 0,7 Prozent, absolut 1.344) und Gütersloh (+ 0,6 Prozent, absolut 1.957). Ein Minus weisen in der IHK-Bilanz nach einer ebenfalls schwachen Entwicklung in den vergangenen Jahren die Stadt Bielefeld mit einem Minus von 1,4 Prozent (absolut 1.538) sowie der Kreis Höxter (- 3,3 Prozent, absolut 476) auf.

Weitere Themen

Anfang Dezember gab es eine Einigung zur EUDR. Final muss die Verschiebung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden.
Umwelt & Energie

EUDR: Trilog-Einigung zu Verschiebung und Erleichterungen sowie EUDR-Umfrage

Die EU-Institutionen haben sich im Trilog zur EUDR am 4.12. zügig geeinigt. Viele der Forderungen der DIHK sind in den Anpassungen enthalten. Die Trilog-Einigung muss noch formal vom Rat und vom Plenum des Europaparlaments (am 16.12.25) angenommen werden. Die DIHK bemüht sich nun, die 4-monatige Review-Phase Anfang 2026 so gut wie möglich zu nutzen. Neben Beispielen bringt die DIHK hierzu auch Umfrageergebnisse ein. An einer bundesweiten Umfrage mit dem Ziel, die Unternehmensperspektive zu Aufwand und Ressourcen zu sammeln und praxisnahe Herausforderungen sichtbar machen, können alle Interessenten gerne teilnehmen.

weiterlesen