Ende des Jahres 2022 war der Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in Bonn zu Gast. Die Mitglieder besuchten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und tauschten sich zu Themen der Beruflichen Bildung aus.

Bundesinstitut für Berufsbildung

Begleitet wurde der Berufsbildungsausschuss von IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke sowie IHK-Geschäftsführerin Berufliche Bildung Ute Horstkötter-Starke. Das BIBB ist DER Player in Sachen Berufsbildung und das Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Hier werden praxisorientierte Lösungsvorschläge für die berufliche Bildung entwickelt sowie Innovationen der nationalen und internationalen Berufsbildung gefördert. BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser und seine Kolleginnen Dr. Monika Hackel und Bettina Milde nahmen sich persönlich viel Zeit für die ostwestfälische Bildungsdelegation. Sie diskutierten mit dem Ausschuss die Entwicklungen und Trends der Beruflichen Bildung in Deutschland.

Hier wurde einmal mehr deutlich, dass die Berufliche Bildung und somit die Unternehmen in Deutschland vor großen Herausforderungen wie der Fachkräftesicherung stehen. Dies führte Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser noch weiter aus. Der Bildungstrend werde neben der demographischen Entwicklung zu einer echten Bedrohung für die Zukunft vieler Branchen und Berufe. Der Trend zu höheren Schulabschlüssen und die gestiegene Studierneigung fördere den Rückgang der Auszubildenden im Dualen System. Das führe dazu, dass viele Ausbildungsstellen unbesetzt blieben. Ein Trend, der auch die ostwestfälischen Unternehmen vor eine große Herausforderung stellt. Im vergangenen Jahr blieben mehr Ausbildungsstellen unbesetzt, als Bewerbende unvermittelt. Auch die Corona-Pandemie habe sich negativ auf den Ausbildungsmarkt ausgewirkt.

To dos im Bildungssystem

Für die Zukunft gehe es jetzt darum, im beruflichen Bildungssystem die Themen Flexibilität, Integration und Inklusion weiter auszubauen. Dabei müsse auch über weitere mögliche Neuordnungen der Ausbildungsberufe gesprochen werden. Zudem müssen Möglichkeiten evaluiert werden, um das System der Dualen Ausbildung an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. Es müsse alles darangesetzt werden, diese für junge Menschen wieder interessanter zu machen. Schließlich sei die Duale Berufsausbildung ein starkes Mittel, den Fachkräftemangel einzudämmen und das Fachkräftesicherungssystem zu stärken.

Der Berufsbildungsausschuss nimmt aus diesem Austausch wichtigen Input für seine Arbeit im hoheitlichen IHK-Bereich der Beruflichen Bildung mit nach Ostwestfalen. Insgesamt gehören dem Berufsbildungsausschuss sechs Beauftragte der Arbeitgeber, sechs Beauftragte der Arbeitnehmer sowie sechs Lehrkräfte der berufsbildenden Schulen an. Der Berufsbildungsausschuss besitzt als einziger IHK-Ausschuss Rechtssetzungskompetenz, da er Rechtsvorschriften für die Durchführung der Berufsbildung beschließen kann.

Ute Horstkötter-Starke, Petra Pigerl-Radtke, Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Dr. Monika Hackel (Abteilung Struktur und Ordnung der Berufsbildung)

Berufsbildungsausschuss zu Gast im Bundesinstitut für Berufsbildung.

Fotos ©Bundesinstitut für Berufsbildung