Heute folgt der zweite Teil von Franziskas Kurzserie zum Thema Ausbildung zur Süßwarentechnologin im Bereich Zuckerwaren bei der August Storck KG:

„Aktuell befinde ich mich in der Berufsschule (Zentralfachschule der deutschen Süßwarenwirtschaft, kurz ZDS) und habe grade meine Zwischenprüfung abgelegt. Damit habe ich nun die Hälfte der Ausbildung hinter mir und bekomme die Zulassung zur Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung muss man, anders als die Abschlussprüfung, außerhalb des eigenen Fachbereichs ablegen. Das bedeutet für mich, da mein Ausbildungsbetrieb hauptsächlich Zuckerwaren herstellt –, dass ich diese im Bereich Schokolade oder Dauerbackwaren ablegen muss. In meinem Fall waren es nun die Dauerbackwaren und meine Aufgabe war die „Herstellung von einem Hartkeks mit Kakaofüllung“. Die Abschlussprüfung wiederum besteht aus einem Eigenprodukt, das wir in Zusammenarbeit mit dem eigenen Ausbildungsbetrieb und der Schule selbst entwickeln. Das heißt, wir können unseren Ideen freien Lauf lassen. Bei der praktischen Abschlussprüfung an der ZDS schauen uns die Prüfer bei der Herstellung unserer selbstentwickelten Süßigkeit über die Schulter. Bis dahin haben wir jetzt noch 1 ½ Jahre Zeit, um die Prüfung zu meistern.

In der ersten Hälfte der Ausbildung lernen wir hauptsächlich die Rohstoffe kennen und in der zweiten Hälfte die genaue Herstellung der einzelnen Süßigkeiten. Bisher reicht die Palette von Produkten, die ich hier an der ZDS selbst hergestellt habe, von Hohlfiguren, Keksen, Pralinen und Krokant bis hin zu Gummi-/ Geleeartikeln und Fondant-Figuren. In kleinen Gruppen bekommen wir Arbeitsaufträge mit Rezepturen, die wir zur Herstellung der einzelnen Produkte benötigen. Auf diesem Praxisunterricht basiert die Zwischenprüfung.

Die restlichen Klausuren erfolgen dann wie gewohnt in schriftlicher Form. In Mathematik muss man zum Beispiel kleine Rezeptmengen auf größere Chargen umrechnen oder die Durchsatzmenge eines bestimmten Produktionsbandes bestimmen. Einzelne Teile einer Anlage, wie verschiedene Förderbänder, Pumpen oder Gebläse lernen wir im Technikunterricht kennen, um ein gutes Verständnis für die einzelnen Maschinenteile der Produktionsanlagen zu bekommen.

Firmen, die Lebensmittel herstellen, müssen sehr sorgfältig produzieren, damit ihre Produkte bedenkenlos verzehrt werden können. Eine Maßnahme hierfür ist die Entwicklung so genannter HACCP-Konzepte („hazard analysis and critical control points“ auf deutsch: Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte). Wie diese funktionieren und erstellt werden, lernen wir unter anderem im Qualitätsmanagement.

Im Fach Ernährungslehre / Chemie lernen wir zum einen die Funktionen der verschiedenen Produktbestandteile (z.B. Fette, Ballaststoffe, Kohlenhydrate, etc.) und deren Wirkungen im menschlichen Körper kennen. Zum anderen beschäftigen wir uns in diesem Fach auch mit der Reinigung der Produktionsanlagen. Hier geht es beispielsweise um Reinigungspläne, in denen festgelegt wird, wie oft welche Anlage mit welchen Reinigungsmitteln gesäubert werden. Es ist wichtig, dass wir wissen, wie die verschiedenen Inhaltsstoffe der Reinigungsmittel miteinander reagieren.

Abschließend noch ein etwas theoretisches Fach, aber deswegen nicht weniger interessant: In Wirtschafts- und Sozialkunde lernen wir, wie die einzelnen Strukturen eines Unternehmens z. B.  Produktion und der kaufmännische Bereich zusammenarbeiten oder wie unterschiedliche Betriebe organisiert sein können. Auch lernen wir, welche Rechte und Pflichten wir als Arbeitnehmer haben und wie verschiedene Verträge aufgebaut sind.

Auch nach der Schule wird es hier nie langweilig. Wir Azubis unternehmen häufig etwas zusammen. Mal gehen wir nur gemeinsam in die Stadt oder wir unternehmen auch mal etwas Größeres, wie z.B. Kartfahren oder Jump House. Wir haben auch schon zusammen einen Escape Room gelöst. Mir gefällt das sehr gut, weil so Freundschaften mit Azubis von anderen Unternehmen aus ganz Deutschland entstehen.“