IHK-Energiewende-Barometer 2018

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Die Unternehmen hierzulande sind weniger zufrieden mit dem Status quo der Energiewende als in den letzten Jahren und beklagen die Unsicherheit bzgl. deren Entwicklung. Das zeigt die jüngste Umfrage der IHK-Organisation zur Energiewende, an der sich knapp 2.200 Unternehmen beteiligt haben. So sehen die Unternehmen inzwischen wieder mehr Risiken als Chancen in der Energiewende. Erstmals seit 2014 fällt die Bewertung schlechter aus als im Vorjahr. Die Akzeptanz schwindet vor allem wegen steigender Energiekosten, nicht nur bei Öl und Gas. Rund 40 Prozent der Unternehmen sind 2018 von steigenden Strompreisen betroffen. Besonders belastet ist der Mittelstand. Denn in keinem EU-Land sind die Strompreise für mittelständische Industriebetriebe höher als hierzulande.

Dabei setzen die Unternehmen vielfältige Maßnahmen um, um die Anforderungen der Energiewende zu erfüllen und selbst einen Beitrag zu ihrer Umsetzung zu leisten. Maßnahme Nummer 1 ist die Energieeffizienz. Die wirtschaftliche Bedeutung von Energieeinsparungen steigt an (37 Prozent „Mehr Bedeutung“). Nur rund 22 Prozent der Unternehmen haben bislang keine Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz getroffen – in der Industrie sogar nur 6 Prozent. Ein Fünftel der Unternehmen sieht innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Energieeinsparpotenzial von 5 Prozent und mehr.

Elektromobilität gewinnt an Attraktivität. 17 Prozent der Unternehmen haben bereits mindestens ein E-Fahrzeug angeschafft (Vorjahr: 13 Prozent), weitere 26 Prozent planen dies oder sind bereits in der Beschaffungsphase. Der Bezug von Ökostrom ist für ein gutes Drittel der Unternehmen ein Thema (38 Prozent). 21 Prozent beziehen bereits Grünstrom, 17 Prozent planen dies oder sind in der Umsetzung. Ebenfalls ein gutes Drittel der Unternehmen wäre bereit, für zertifizierten deutschen Grünstrom einen Aufpreis zu zahlen. Für regional zertifizierten Grünstrom sind sogar 42 Prozent bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Mit steigendem Anteil der Stromkosten sinkt die Bereitschaft allerdings.

Der Betrieb eigener Energieversorgungsanlagen setzt sich trotz ungünstiger gesetzlicher Rahmenbedingungen weiter durch. 43 Prozent der Unternehmen sind hier aktiv (2017: 39 Prozent; 2016: 37 Prozent), vorwiegend im Bereich erneuerbarer Energien (38 Prozent ggü. 15 Prozent im Bereich konventioneller Energieerzeugung). Und auch das Interesse an Stromspeichern ist hoch. So planen 13 Prozent hier aktiv zu werden. Unter den gegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen ist jedoch der Anteil an Unternehmen mit bereits realisierten oder in der Umsetzung befindenden Maßnahmen noch gering (5 Prozent).

An die Politik haben die Unternehmen insbesondere folgende drei Forderungen: Netzausbau beschleunigen, Stromkosten deutlich senken und die Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende besser aufeinander abstimmen.

Quelle: DIHK