Mittelfristprognosen für 2019 bis 2023 zur EEG-Umlage veröffentlicht

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Vor dem Hintergrund des EEG 2017 sind die deutschen Übertragungsnetzbetreiber dazu verpflichtet, eine kalenderjährliche Prognose zur Entwicklung der EEG-Umlage zu erstellen. Wesentliche Bestandteile dieser Untersuchung sind die Prognose zur Entwicklung des künftigen Stromverbrauchs von Letztverbrauchern, der Stromerzeugung aus EEG-geförderten Anlagen sowie der entstehenden Vergütungszahlungen.

Bei der Prognose des Stromverbrauchs wird nach nicht privilegierten, selbsterzeugenden und den nach der Besonderen Ausgleichregelung (BesAR) privilegierten Letztverbrauchern differenziert.

Für den selbsterzeugten und sonstigen Letztverbrauch prognostizieren die Übertragungsnetzbetreiber einen Anstieg der Strommenge von 77,96 TWh im Jahr 2019 auf 81,27 TWh im Jahr 2023. Die EEG-Umlagezahlungen für diesen Sektor würden sich bei einer fiktiven Umlageerhöhung von 260,8 Mio. Euro im Jahr 2019 schrittweise auf 399,5 Mio. Euro im Jahr 2023 erhöhen.

Bei den nach der BesAR privilegierten Letztverbrauchern hingegen wird von einer Reduzierung der Strommenge von 113,93 TWh (2019) bis auf 111,84 TWh (2023) ausgegangen. Die Einsparungen lassen sich durch effizientere Technologien erklären. Die Reduktion der Verbrauchsmenge kann aber nicht die steigende EEG-Umlage ausgleichen. Für die EEG-Umlagezahlungen wird von einem Anstieg von 435,93 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 462,80 Mio. Euro im Jahr 2023 ausgegangen.

Auch bei dem nichtprivilegierten Letztverbrauch wird mit einem leichten Rückgang des Stromverbrauchs von 344,35 TWh (2019) auf 336,44 TWh (2023) gerechnet. Grund hierfür sind effizientere Geräte und die zunehmende Verbreitung von LEDs. Durch eine gestiegene EEG-Umlage wird auch hier ein Anstieg der Umlagezahlungen von 23.388,5 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 25.232,8 Mio. Euro im Jahr 2023 erwartet.

Den EEG-Zahlungen der Letztverbraucher stehen die Zahlungen an die Erneuerbaren-Träger gegenüber.

Laut HEMF-Prognose wird die installierte Leistung der EE-Anlagen um knapp 15 Prozent zunehmen. Der deutliche Anstieg lässt sich besonders durch den Anstieg von Windenergieanlagen an Land und durch die solare Stromerzeugung erklären. Bei konstanter Entwicklung der Volllaststunden der einzelnen Erzeugeranlagen wird für 2019 eine erzeugte Gesamtjahresleistung von 217.003 GWh erwartet. Diese soll bis 2023 auf 248.679 GWh ansteigen.

Der Zuwachs entfällt hauptsächlich auf Wind- und Solarenergieanlagen. Während die Windenergie an Land über 50 Prozent der Gesamtleistung des Stroms durch Direktvermarktung gemäß § 20 und § 21a EEG 2017 ausmacht, ist die solarerzeugte Leistung größtenteils den festen Einheitstarifen gemäß § 21 EEG 2017 zuzuordnen. Anzumerken ist auch ein Anstieg von knapp 50 Prozent des solarerzeugten direkt vor Ort verbrauchten Stroms.

Die an die Anlagenbetreiber zu zahlenden finanziellen Förderungen weisen kaum Schwankungen auf. So wird für das Jahr 2019 mit einem Fördervolumen von 26.727,8 Mio. Euro gerechnet. Ihren Tiefpunkt erreicht es 2021 mit 27.717,1 Mio. Euro und steigt bis 2023 auf 27.000 Mio. Euro an.

Mit Fördermitteln von jeweils 10.000 Mio. Euro machen Solar- und Windanlagen (an Land und See) den Großteil dieser Summe aus. Aber auch Energie aus Biomasse erhält in der Prognose knapp 6.300 Mio. Euro an finanziellen Förderungen.

Quelle: DIHK