Klimaziele 2030 im Verkehr: Studie zu Politikoptionen

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Der Thinktank Agora Verkehrswende hat in einer Auftragsstudie Politikoptionen erarbeiten lassen, wie die Klimaziele 2030 im Verkehrsbereich erreicht werden können.  EU-Effizienzstandards für neue Fahrzeuge genügen demnach nicht. Als zentraler Hebel werden Preisinstrumente wie Kraftstoff- oder Kfz-Besteuerung, eine Maut oder auch ein Tempolimit identifiziert. CO2-freie Kraftstoffe stehen dagegen bis 2030 nicht ausreichend zur Verfügung.

Laut den Sektorzielen im Klimaschutzplan sollen die CO2-Emissionen im Verkehr bis 2030 gegenüber 1990 um 40 – 42 Prozent, d. h. um rund 70 Mio. auf dann rund 100 Mio. Tonnen sinken. Effizienzfortschritte in vergangenen Jahren sind durch mehr Verkehr kompensiert worden, so dass absolut bisher keine Einsparungen stattgefunden haben. Die Last der Reduktionsziele wird also auf 10 Jahre zusammengeschrumpft. Allein mit Elektromobilität bzw. den EU-Effizienzstandards für neue Kfz werden die Ziele für 2030 nicht erreicht werden können.

Die Studie der Agora Verkehrswende hat wirksame Politikoptionen aufgearbeitet. Im Vordergrund stehen Preisinstrumente, um Verhaltensänderungen zur Verkehrsreduktion bzw. Verlagerung zu erzielen. Die Kraftstoffbesteuerung bzw. die Einführung einer streckenabhängigen Pkw-Maut stehen dabei im Zentrum. Auch eine Erhöhung des Ambitionsniveaus bei den Flottengrenzwerten für neue Pkw bis 2030 wird als Hebel identifiziert. Der aktuelle Kommissionsvorschlag einer Reduktion um 30 Prozent bringt laut Studie 3,5 Mio. Tonnen, während eine Verminderung um 45 Prozent gegenüber 2021 eine Entlastung um 10 Mio. Tonnen CO2 bringt. Eine Erhöhung der Energiesteuer beim Diesel auf das Niveau von Benzin brächte beispielsweise weitere 3,7 Mio. Tonnen, eine Pkw-Maut auf Autobahnen von 2 Euro/100 Kilometer 1,8 Mio. Tonnen.

Dass erst enorm drastische Erhöhungen in den Nutzungskosten die Ziele erreichbar scheinen lassen, zeigt folgende Studienaussage: Wird auf allen Straßen eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut von 8 Euro/100 km eingeführt, sinken die Emissionen um 25,6 Mio. Tonnen. Dem Minderungsbeitrag durch CO2-freie Kraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien wird in der Studie keine tragende Rolle im Hinblick auf die die 2030-Ziele zuerkannt. Weitere untersuchte Instrumente sind die Verlagerung von Verkehren insbesondere auf die Bahn, mehr ÖPNV, die Reform der Dienstwagenbesteuerung oder auch ein Tempolimit auf Autobahnen.

Die Studie steht zum Download bei Agora Energiewende hier bereit.

Quelle: DIHK