Kosten für Netzstabilisierung 2017 so hoch wie nie

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Im bisherigen Rekordjahr 2015 summierten sich die Kosten zur Netzstabilisierung deutschlandweit auf rund 1 Mrd. Euro. 2016 waren es rund 770 Mio. Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Netzreserve. Tennet, der am stärksten von Netzengpässen betroffene Übertragungsbetreiber, hat zum Jahresanfang bekannt gegeben, dass sich die Kosten zur Netzsstabilisierung im Jahr 2017 allein in der eigenen Regelzone auf mehr als 1 Mrd. Euro belaufen. 2015 waren es 710 Mio. Euro, 2016 660 Mio. Euro. Grund für die wieder steigende Anzahl und Umfang erforderlicher Stabilisierungsmaßnahmen ist die nach dem wenig windreichen Jahr 2016 wieder gestiegene Erzeugungsmenge aus Wind- und PV-Anlagen bei gleichzeitig kaum voranschreitenden Netzausbau.

Etwas anders ist die Situation in der Regelzone von 50Hertz. Hier sind die Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen trotz gestiegener Erzeugungsmenge nur leicht höher als im Vorjahr (205 Mio. Euro 2017 nach 180 Mio. Euro 2016 und 346 Mio. Euro 2015). Die Ende 2015 teilweise und im November 2017 dann vollständig in Betrieb genommene Thüringer Strombrücke zeigt hier ihre Wirkung. Zudem ermöglichen die auf polnischer und tschechischer Seite und im deutschen Netz in den letzten zwei Jahren installierten Phasenschieber eine bessere Steuerbarkeit des grenzüberschreitenden Stromflusses, was sich ebenfalls entlastend auf die Netzstabilisierungskosten auswirkt.

Für das Jahr 2018 sind keine wesentlichen Fortschritte beim Ausbau des Übertragungsnetzes zu erwarten. Nur einige Ausbauvorhaben sind in Planung, Genehmigung und Umsetzung weit genug vorangeschritten, um in den kommenden Monaten abgeschlossen werden zu können. Die Netzengpässe bleiben also zunächst bestehen bei gleichzeitig weiter voranschreitendem Ausbau der Erneuerbaren. Entlastend auf die Netzengpässe wird sich aber die für Oktober 2018 vorgesehene Aufspaltung der deutsch-österreichischen Strompreiszone auswirken.

Quelle: DIHK