Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt veröffentlichen Monitoringbericht 2017

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Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt haben ihren Monitoringbericht 2017 vorgelegt. In diesem finden Sie wieder eine ganze Reihe an energiewirtschaftlichen Daten, die weitgehend aus dem Jahr 2016 stammen.

Wichtige Ergebnisse:

  • Stromerzeugung stabil: Die Nettostromerzeugung in Deutschland stieg im Jahr 2016 leicht um 6 TWh auf 600,3 TWh.
  • Gas im Strommarkt im Aufwind: Zum ersten Mal seit einigen Jahren stieg die Stromerzeugung aus Gas an und dies gleich um 38 Prozent. Die Nettostromerzeugung stieg um 6 TWh auf 66,9 TWh.
  • Installierte Erzeugungskapazität steigt weiter: Gegenüber 2015 stieg die installierte Leistung aller Stromerzeugungsanlagen um 7 GW auf 212 GW an. Erneuerbare Energien erreichten mit 104,5 GW knapp 50 Prozent. Ihre Leistung stieg im Jahresvergleich um 6,7 GW. Auch die installierte Leistung nicht erneuerbarer Energieträger nahm 2016 leicht zu (0,4 GW), insbesondere aufgrund der Inbetriebnahme neuer Gaskraftwerke.
  • Stromendkundenpreise gestiegen: Zum 1. April 2017 mussten Gewerbekunden 21,7 Cent/kWh bezahlen (+0,5 Cent gegenüber 2015) und Industriekunden 14,9 Cent/kWh (+0,69 Cent/kWh).
  • Gasendkundenpreise gesunken: Zum 1. April 2017 mussten Gewerbekunden 4,5 Cent/kWh bezahlen (-0,22 Cent gegenüber 2015) und Industriekunden 2,69 Cent/kWh (-0,08 Cent/kWh).
  • Netzentgelte ziehen an: Im Bereich der Gewerbekunden sind die Netzentgelte um fast sechs Prozent auf 6,19 ct/kWh gestiegen. Bei Kunden, die einen Energieverbrauch von 24 GWh pro Jahr (Industriekunden) aufweisen, sind die Netzentgelte um gut zehn Prozent auf 2,26 ct/ kWh angestiegen.
  • Die durchschnittlichen Stromgroßhandelspreise sind 2016 um 8 Prozent gesunken und erreichten 28,98 Euro/MWh – niedrigster Wert seit 2007. Terminkontrakte (Phelix-Base-Year-Future) für das Folgejahr notierten mit 26,58 Euro/MWh im Durchschnitt um rund 14 Prozent niedriger.
  • Das Bundeskartellamt geht davon aus, dass auf den beiden größten Stromeinzelhandelsmärkten inzwischen kein Anbieter mehr marktbeherrschend ist.
  • Der Stromaußenhandelsüberschuss stieg um 1 TWh auf 52 TWh.
  • Es wurde mehr Gas ein- und ausgeführt. Die Importmenge ist von 1.537 TWh auf 1.626 TWh um rund sechs Prozent gestiegen. Auch der Export stieg um drei Prozent an auf 770 TWh.
  • Die wichtigsten Bezugsquellen für nach Deutschland geliefertes Gas sind nach wie vor Russland mit 28 Prozent sowie Norwegen (19 Prozent) und die Niederlande (16 Prozent). Die Exporte flossen nach Tschechien (46 Prozent), in die Niederlande (18 Prozent) sowie in die Schweiz (12 Prozent).

Sie finden den Monitoringbericht hier.

Quelle: DIHK