Bundesregierung legt Monitoringbericht zur Energiewende vor

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Das Bundeskabinett hat den mittlerweile fünften Monitoringbericht zur Energiewende abgesegnet. Eine Kommission aus Experten, die von der Bundesregierung dazu beauftrag wurde, hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht. Die Kommission sieht erheblichen Handlungsbedarf, um die Ziele der Energiewende zu erreichen.

Ergebnisse des Monitoringberichts für 2015 sind insbesondere:

  • Der Primärenergieverbrauch ist um 0,9 Prozent gestiegen und lag bei 13.293 Petajoule (PJ). Zu dieser Entwicklung trugen das Wachstum der Wirtschaft und die kühlere Witterung bei.
  • Im Jahr 2015 betrug die aus erneuerbaren Energien bereitgestellte Bruttoendenergie 377,5 Mrd. kWh, das sind 14,9 Prozent des gesamten Bruttoendenergieverbrauchs und 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 2020 sollen es 18 Prozent sein.
  • Seit 2000 hat sich der Anteil über die drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr insgesamt verdreifacht.
  • Wird nur der Stromverbrauch betrachtet, liegt der EE-Anteil bei 31,6 Prozent. Dieser soll bis 2020 auf mindestens 35 Prozent steigen.
  • Der Endenergieverbrauch im Verkehr ist mit einem Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber 2005 nicht auf Kurs. Bis 2020 soll er um 10 Prozent sinken.
  • Im vergangenen Jahr sanken die Strompreise für Haushaltskunden leicht um durchschnittlich 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Industriekunden, die nicht unter Entlastungsregelungen fallen, gingen die Strompreise 2015 um 2,1 Prozent zurück.
  • Die gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland sind seit 1990 um rund 27 Prozent beziehungsweise 340 Mio. t CO2 zurückgegangen. Allerdings ist der Ausstoß 2015 um 0,7 Prozent auf 908 Mio. Tonnen gestiegen.
  • Von den Gesamtemissionen entfallen 39 Prozent auf die Energiewirtschaft, 20 Prozent auf die Industrie und 18 Prozent auf den Verkehr.
  • Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (Nape) wird mit einer Einsparung von 47 bis 58 Mio. Tonnen unter den erhofften 60 Mio. Tonnen bleiben.
  • Die Importrechnung für fossile Rohstoffe betrug 2015 55 Mrd. Euro und damit 22 Mrd. weniger als im Vorjahr – vorwiegend wegen gesunkener Rohstoffpreise.

Die Expertenkommission sieht die Energiewende nur bezüglich der Ziele für 2020 für den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch, am Bruttoendenergieverbrauch und am Wärmeverbrauch auf Kurs. Bei den anderen Zielen ist die Erreichung unwahrscheinlich oder zumindest nicht sichergestellt. Insbesondere bei der Energieeffizienz sind noch „große Anstrengungen“ notwendig, um die Ziele zu erreichen. Gleichwohl gibt sie zu bedenken, dass nicht alle Maßnahmen und Förderungen in diesem Bereich auch sinnvoll sind. Die Expertenkommission spricht sich daher für „Think Efficiency“ statt „Efficiency First“ aus. Das heißt: Die Bundesregierung sollte auch den Rechtsrahmen für das Energiesystem in Bezug auf Hemmnisse und Verbesserungsmöglichkeiten für eine effiziente Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie überprüfen und anpassen.

Der fünfte Monitoring-Bericht und die Stellungnahme der Expertenkommission können hier heruntergeladen werden.

Quelle: DIHK