Energieagentur präsentiert World Energy Outlook 2015

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Am 10. November hat die Internationale Energieagentur (IEA) den Bericht World Energy Outlook 2015 vorgelegt. Diesem zufolge sind im Jahr 2015 alle fossilen Energieträger deutlich günstiger geworden. Das trifft auf die Kohle- und Gaspreise, insbesondere aber auch auf die Rohölpreise zu.

Für 2020 erwartet die IEA einen Erdölpreis von 80 USD, da mit den derzeitig niedrigen Preisen Investitionen ausbleiben und damit das Angebot mittelfristig knapper wird. Die Schieferöl-Produktion in den USA verändert die Art, wie Ölmärkte arbeiten und wird erst Anfang der 2020er Jahren ihren Höhepunkt erreichen. Sie wird als Volatilitätsdämpfer gewertet, da sie flexibler als die herkömmliche Ölförderung auf Preisänderungen reagieren kann. Die IEA hat auch ein Szenario berechnet, in dem der Ölpreis längerfristig bei 50 USD pro Barrel liegt. Dies würde zwar die Ölimportrechnung entlasten, gleichzeitig aber auch die Gefahr bergen, dass die Abhängigkeit von den günstigen Produzenten aus dem Nahen Osten wieder signifikant ansteigt und darunter die Versorgungssicherheit leiden könnte.

Ein Blick auf den globalen Gasmarkt zeigt, dass Erdgas zum am schnellsten wachsenden fossilen Brennstoff wird. Die höhere Gasnachfrage wird v. a. aus Asien kommen. Auf der Angebotsseite ist es fraglich, ob in China der Fracking-Boom aus den USA wiederholt werden kann.

Regional betrachtet entkoppeln sich in China Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch zunehmend. Dazu beigetragen haben Effizienzstandards, die für die Hälfte des Energieverbrauchs gelten. Indien hingegen wird das neue Zentrum für die Dynamik beim Energieverbrauch, vor allem bezüglich Kohle und Erdöl. Das Wachstum der Steinkohlenachfrage insgesamt kommt bis auf Südostasien und Indien jedoch zum Erliegen, relativ wird der Anteil sogar abnehmen.

Die Weltnachfrage nach Energie wird in allen Regionen bis auf die OECD-Länder bis 2040 stark wachsen. Dabei steigen die Kosten der Erdöl- und Erdgasförderung im Trend an, während erneuerbare Technologien günstiger werden. Erneuerbare Energien werden daher bereits 2030 Kohle als wichtigsten Energieträger in der Stromerzeugung ablösen. Bereits im Jahr 2014 erreichte der Erneuerbaren-Ausbau mit 130 GW neu installierter Kapazität ein Rekordhoch und machte fast die Hälfte der neuen Gesamtkapazitäten aus. Der Ausbau wird jetzt v. a. durch Wind und Photovoltaik getrieben. Entsprechend werden die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung bis 2030 flach verlaufen. Ordnungspolitische Vorgaben zur Energieeffizienz werden bis 2040 fast 40 Prozent der globalen Energienachfrage erfassen (heute ca. 25 %) und damit zur Begrenzung der Energienachfrage beitragen.

Quelle: DIHK